Gott ist mit dir noch nicht fertig

Jürgen Ferrary
17. Oktober 2026

Du hast es schon wieder getan. Du hast zu schnell reagiert, etwas gesagt, das du besser für dich behalten hättest, oder bist in eine alte Gewohnheit zurückgefallen. Und kaum ist es passiert, meldet sich diese Stimme in deinem Kopf: „Du lernst es einfach nicht! Wann kriegst du das endlich in den Griff?“

Manchmal sind wir selbst unsere schärfsten Kritiker. Anderen gestehen wir Fehler zu, aber bei uns selbst kennen wir wenig Gnade. Wir ärgern uns, machen uns Vorwürfe und nehmen uns vor, es beim nächsten Mal besser zu machen. Doch dann passiert es wieder. Kennst du das?

Die Bibel kennt Menschen, die gefallen sind und trotzdem nicht aufgegeben haben. Der Prophet Micha schreibt: „Lacht nicht über mich, meine Feinde! Denn wenn ich auch falle, werde ich doch wieder aufstehen. Ist um mich herum auch alles dunkel, ist doch der HERR selbst mein Licht.“ (Micha 7,8). Achte darauf: Er sagt nicht, dass er niemals fällt. Er sagt, dass er wieder aufsteht. Ein Rückschlag muss nicht das Ende deiner Entwicklung sein.

Natürlich bedeutet das nicht, dass wir unsere Fehler einfach achselzuckend hinnehmen sollen. Wenn du jemanden verletzt hast, entschuldige dich. Wenn eine Gewohnheit dir oder anderen schadet, suche nach Wegen, sie zu verändern. Aber du musst dich dabei nicht selbst fertig machen. Schuld kann uns zeigen, dass etwas falschgelaufen ist. Selbstverachtung dagegen raubt uns oft die Kraft, es anders zu machen.

Gott geht anders mit dir um. In Römer 8,1 steht: „So gibt es jetzt keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind.“ Gott redet Fehler nicht schön. Aber er reduziert dich auch nicht auf sie. Seine Gnade bedeutet, dass du deine Schuld ehrlich ansehen, Vergebung annehmen und einen neuen Schritt wagen kannst. Du bist nicht deine schlechteste Reaktion und nicht dein letzter Fehler.

Paulus erinnert uns in Philipper 1,6: „Ich bin ganz sicher, dass Gott, der sein gutes Werk in euch angefangen hat, damit weitermachen und es vollenden wird bis zu dem Tag, an dem Christus Jesus wiederkommt.“ Das ist eine wunderbare Perspektive: Gott sieht nicht nur, wo du heute stehst. Er sieht auch, was aus dir noch werden kann. Veränderung geschieht oft nicht über Nacht. Manchmal lernst du in kleinen Schritten, anders zu reagieren, geduldiger zu werden oder eine alte Gewohnheit zu durchbrechen. Und manchmal brauchst du Hilfe von anderen. Auch das ist kein Versagen.

Gott ist mit deiner Entwicklung noch nicht fertig. Deshalb darfst du Verantwortung übernehmen, ohne die Hoffnung aufzugeben. Du darfst aus Fehlern lernen, ohne dich ständig für sie zu bestrafen. Und du darfst nach einem schlechten Tag morgen wieder neu anfangen – mit Gottes Hilfe.

Deine Herausforderung für heute: Denk an einen Fehler, über den du dich gerade ärgerst. Frage dich: Was kann ich daraus lernen, und welchen konkreten Schritt kann ich beim nächsten Mal anders machen? Wenn du jemanden verletzt hast, geh auf ihn zu. Und dann lass die Selbstvorwürfe los und vertraue darauf, dass Gott dich weiterführt.

Sei gesegnet!

„Tu das Beste, was du kannst, bis du es besser weißt. Und wenn du es besser weißt, mach es besser.“ – Maya Angelou

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